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Manchmal braucht es nur ein paar wenige Minuten und gar kein grosses Ereignis, um innezuhalten im Trubel der aktuellen Wochen und sich an die eigene Essenz zu erinnern.
Vielleicht sind es ein paar feinfühlig formulierte Zeilen, ein besonderes Gedicht oder – wie in unserem Fall diesen Monat – vier Fragen, die etwas Schönes, Lebendiges und Wahrhaftiges in uns berührt haben.
Dabei beschäftigte uns zuerst die Frage, wann bei uns Menschen eigentlich der Kipppunkt von Gesundheit zu Krankheit stattfindet. Wann fängt man an, nicht mehr gesund zu sein? Eine spannende Frage!
Wie viele Signale muss der Körper (oder Geist) schicken und Aufmerksamkeit einfordern, bevor der Leidensdruck gross genug ist, dass wir zuhören und uns als «nicht mehr ganz gesund» empfinden?
Wenn sich Körper und/oder Geist lautstark melden, ist in uns meist schon lange etwas aus dem Gleichgewicht geraten und wir konnten/wollten/… nicht auf die innere Stimme hören, die leise geflüstert hat, dass die eingeschlagene Richtung uns nicht guttut.
Laut Gabrielle Roth (Tänzerin und Begründerin des 5Rhythmen Tanzes) stellen in schamanischen Gemeinschaften Medizinfrauen und -männer den Menschen, die hilfesuchend zu ihnen kommen, oft sinngemäss eine oder mehrere dieser vier «Diagnosefragen»:
Wann hast du aufgehört zu tanzen? Wann hast du aufgehört zu singen? Wann hast du aufgehört, dich von Geschichten verzaubern zu lassen? Wann hast du aufgehört, dich vom süssen Raum der Stille trösten zu lassen?
Vielleicht können diese Fragen eine Inspiration für deine Arbeit in der Praxis sein oder sind dir auch als Kompass-Kalibrierung im eigenen Leben hilfreich.
Die vier Fragen erinnern daran, dass gesund nicht nur der ist, der keine Schmerzen hat und nach aussen reibungslos funktioniert. Gesund sein bedeutet, sich von innen heraus lebendig zu fühlen, Raum für spielerische Leichtigkeit und Freude zu finden, sich bewegen zu lassen – von Musik, von Begegnungen, von Geschichten; seiner ganz individuellen Stimme Ausdruck zu schenken und immer wieder Raum für Stille und Regeneration zu schaffen.
Diese universellen «Heilmittel» können uns den Weg zurück in unser ureigenes Gleichgewicht weisen und unser inneres Licht nähren.
Vielleicht magst du dir in den kommenden Tagen auch einmal einen kleinen Moment schenken und dich fragen:
Wo in meinem Alltag tanzt noch etwas? Wo singt es – laut oder ganz leise? Wann habe ich mich zuletzt von einer Geschichte berühren lassen? Und wie fühlt sich Stille für mich gerade an?
Manchmal braucht es gar keine grosse Veränderung, sondern die Rückkehr auf den Weg, der uns lebendig sein lässt.
Wir wünschen dir einen Februar voller Lebensfreude und grüssen dich herzlich
dein gesund.ch-Team
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